PDF und PostScript wurden beide von Adobe erstellt und beschreiben beide, wie eine Seite beim Drucken aussehen soll. Wenn Sie im professionellen Druckbereich gearbeitet haben oder auf eine .ps-Datei gestoßen sind, haben Sie sich vielleicht gefragt, was die beiden Formate unterscheidet – und warum PDF dominant wurde, während PostScript weitgehend im Hintergrund blieb. Die Antwort verrät viel darüber, wie jedes Format konzipiert wurde und wofür es konzipiert wurde.

Was PostScript ist
PostScript wurde 1984 von Adobe eingeführt und ist eine Seitenbeschreibungssprache – eine Programmiersprache, die speziell dafür entwickelt wurde, das Erscheinungsbild einer gedruckten Seite zu beschreiben. Eine PostScript-Datei enthält Anweisungen, die ein Drucker oder Rasterer ausführt, um eine Ausgabe zu erzeugen. Es handelt sich nicht um ein statisches Dokument. Es ist Code, der ausgeführt wird.
Eine PostScript-Datei kann Schleifen, bedingte Logik und Funktionsdefinitionen enthalten, die Seiteninhalte während der Interpretation dynamisch generieren. Dies machte es äußerst leistungsstark für den professionellen Satz und Druck – derselbe PostScript-Code konnte eine Ausgabe in jeder Auflösung und auf jedem PostScript-kompatiblen Drucker mit perfekten Ergebnissen erzeugen. In den späten 1980er und 1990er Jahren wurde es zur Standardsprache für den professionellen Druck.
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Was PDF ist und wie es mit PostScript zusammenhängt
PDF wurde 1993 eingeführt und ist im Wesentlichen ein vereinfachter Nachkomme von PostScript mit festem Layout. Adobe hat es entwickelt, um ein Problem zu lösen, das PostScript nicht lösen konnte: zuverlässigen Dokumentenaustausch zwischen Menschen mit unterschiedlichen Computern, Betriebssystemen und Software.
Während PostScript eine Programmiersprache ist, die ausführt, um eine Ausgabe zu erzeugen, ist PDF Format ein Dokumentformat, das einen festen, abgeschlossenen Zustand beschreibt. Ein PDF ist kein Code, der ausgeführt wird – es ist eine Momentaufnahme dessen, wie das Dokument aussieht. Jede Seite ist in der Datei vollständig beschrieben; Es gibt nichts, was dynamisch berechnet oder interpretiert werden könnte. Genau diese Vorhersehbarkeit macht PDF so zuverlässig, dass es auf jedem Gerät angezeigt und geteilt werden kann.
Wichtige technische Unterschiede
- Ausführung vs. Beschreibung: PostScript wird wie ein Programm interpretiert und ausgeführt – der Drucker führt den Code aus, um eine Ausgabe zu generieren. PDF beschreibt ein fertiges Dokument – Betrachter rendern es direkt ohne Ausführung.
- Zufälliger Zugriff: PDF unterstützt den zufälligen Seitenzugriff – springen Sie zu Seite 47, ohne die Seiten 1–46 zu verarbeiten. PostScript ist sequentiell – um Seite 47 zu erreichen, muss der Interpreter alle vorhergehenden Seiten verarbeiten.
- Sichtbarkeit: PDF kann unverändert auf dem Bildschirm angezeigt werden. PostScript erfordert eine Interpretation, bevor es angezeigt werden kann – Sie benötigen einen PostScript-Interpreter, um eine .ps-Datei sinnvoll anzuzeigen.
- Interaktive Funktionen: PDF unterstützt Hyperlinks, Lesezeichen, Formularfelder, Anmerkungen und digitale Signaturen. PostScript unterstützt nichts davon – es handelt sich lediglich um eine Druckbeschreibungssprache.
- Dateigröße: PostScript-Dateien sind normalerweise größer als entsprechende PDFs, da sie die vollständigen Sprachanweisungen und keine kompakte Beschreibung der endgültigen Ausgabe enthalten.
Wo PostScript heute noch existiert
PostScript ist nicht verschwunden – es lebt in bestimmten beruflichen Kontexten weiter. Viele Laserdrucker sprechen immer noch nativ PostScript; Wenn Ihr Computer einen Druckauftrag sendet, wird dieser möglicherweise in PostScript konvertiert, bevor er an den Drucker gesendet wird. Professionelle Druckworkflows im Verlags- und Akzidenzdruck nutzen nach wie vor PostScript als Zwischensprache.
Im Arbeitsalltag begegnet man selten unformatierten .ps-Dateien. Der Großteil der PostScript-Verarbeitung erfolgt unsichtbar hinter den Kulissen der Druckinfrastruktur. Wenn ein Dokument auf einem PostScript-kompatiblen Drucker gedruckt wird, konvertiert der Treiber das Dokument automatisch in PostScript – Sie sehen das PostScript nie direkt und interagieren auch nie damit.
Wie sie in Druckworkflows zusammenarbeiten
In der professionellen Druckproduktion arbeiten PDF und PostScript häufig nacheinander. Ein Dokument wird vorbereitet und als hochwertiges PDF gespeichert. Der Workflow des Druckdienstleisters konvertiert das PDF für die eigentliche Druckausrüstung in PostScript. Das PDF ist das Dokumentenaustauschformat; PostScript ist die Drucksprache.
Aus diesem Grund sind druckfertige PDFs – insbesondere PDF/X-Varianten – so konzipiert, dass sie sauber in PostScript konvertiert werden können. Eigenschaften wie eingebettete Schriftarten, CMYK-Farbräume und explizite Seitenabmessungen stellen sicher, dass die PostScript-Konvertierung eine vorhersehbare Ausgabe im Druck erzeugt.
Die einfache Version
PostScript ist eine Sprache, die Druckern sagt, was sie zeichnen sollen – leistungsstark und flexibel, erfordert jedoch eine Interpretation, bevor etwas sichtbar ist. PDF ist ein Dokumentformat, um Menschen zu zeigen, wie ein Dokument aussieht – sofort sichtbar, interaktiv und zum Austausch geeignet. PDF wurde von PostScript abgeleitet, löste jedoch andere Probleme. Im täglichen Gebrauch arbeiten Sie mit PDF; PostScript arbeitet im Hintergrund der Druckinfrastruktur, mit der die meisten Menschen nie direkt interagieren.
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